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Wenn Träume Flügel kriegen


 

Ein Mann von Anfang 40 ging ins Bett. Er hatte 9 Stunden im Lager einer großen Firma verbracht die Autoteile verkauft. Nun war er müde. Kaum hatte er sich hingelegt, schlief er auch schon ein.

Er stand wieder auf und ging in die Küche. Dort stand eine junge Frau im Nachthemd. Agatha hatte eine dunkle Hautfarbe, lange schwarze Rasterzöpfe und war Ende 30.

„Hallo mein Schatz“, sagte er nur.

„Hallo Wilfried. Das Frühstück ist gleich fertig. Kannst dich schon hinsetzen.“ Der Mann setzte sich an den Tisch. Wenig später setzte sich auch die Afrikanerin zu ihm.

„Und was machen wir heute, mein Schatz?“ fragte sie.

„Wir könnten in den Park gehen und den Pfauen zusehen wie sie ihre Flügel spreizen.“

„Eine verlockende Idee“, meinte sie.

Später im Park. Als die Frau in der Nähe der Esel eine Bank entdeckte, setzte sie sich mit Wilfried, darauf.

„Ist das nicht ein wunderschöner Tag heute Agatha?“

„Ja. Es ist schön. Weißt du worauf ich Lust hätte?“

„Nein.“

„Ich hätte Lust noch heute nach Südafrika zu fliegen.“

„Wann?“

„Sofort.“

„Gute Idee.“ Die Frau entfaltete ihre Flügel und nahm ihren Gatten auf den Rücken. Gemeinsam starteten sie in den Himmel.

Die Stadt Velbert wurde unter ihnen immer kleiner und kleiner. Der Mann hielt ihren Hals umklammert.

„Wilfried. Ich habe auf dem Rücken zwei Haltegriffe. Halte dich bitte daran fest. Ich kriege sonst keine Luft.“

„Entschuldigung“, sagte er nur und hielt sich dann an den Griffen fest. Ein paar Vögel flogen an den Beiden vorbei. Sogar ein paar Wildgänse kamen ihnen entgegen die in Richtung Norden unterwegs waren. Soeben überflogen sie Köln.

„Schau mal Agatha. Der Dom. Ganz klein.“ Wilfried war begeistert. Als sie schließlich in Italien waren, überflogen sie sogar die berühmte Stadt Pisa. Sie ließen den schiefen Turm hinter sich. Der Luftzug war überraschenderweise sehr angenehm. Nicht zu warm und nicht zu kühl. Als sie schließlich auch noch Ägypten überflogen, sahen sie auch die Pyramiden.

„Können wir vielleicht auch mal landen? Ich habe durst.“

„Nicht unbedingt empfehlenswert. Wir befinden uns direkt über der Sahara.“ Als Agatha eine Wasserstelle entdeckte, setzte sie kurz zur Landung an. Beide tranken aus der Quelle und dann ging es auch schon weiter Richtung Südafrika. Die Welt wurde wieder kleiner unter ihnen.

„Jetzt weiß ich endlich wie sich Nils Holgersson gefühlt haben muß als er mit den Wildgänsen nach Lappland flog.“

„Ja. Aber wir fliegen in die Gegenrichtung“, meinte Agatha.

Stunden später landeten sie in Kapstadt. Als allerdings ein Löwe auf die Beiden zukam, stellte sich Agatha ihm in den Weg und forderte ihn zum Kampf. Sie wendete eine Sprache an die selbst Wilfried nicht verstand.

„Grrr. Mach dich vom Acker.“

„Was ist ein Acker?“ fragte der Löwe in seiner Sprache.

„Das ist ein Feld auf dem wir deine Knochen verteilen werden. Also verschwinde. Wir sind nämlich Dämonen und Löwen werden von uns zum Frühstück verspeist.“ Der Löwe ergriff die Flucht.

„Was hast du ihm erzählt?“ erkundigte er sich.

„Ich habe ihm erzählt daß wir Dämonen sind und daß wir Löwen zum Frühstück verspeisen. Komm mit Wilfried. Ich weiß wo wir hin gehen können.“ Agatha und Wilfried gingen zum Strand. Dort waren Felsen. Agatha setzte sich auf einen der Felsen, Wilfried war unten geblieben.

„Komm doch hoch Wilfried. Die Aussicht hier oben ist sehr schön.“

Wilfried stieg den Felsen rauf. Als er oben ankam, klingelte irgendetwas.

Es war der Wecker der Wilfried aus seinen schönsten Träumen holte. Er stand auf und ging in die Küche, machte Frühstück und mußte allein am Tisch sitzen. So eine Frau hatte er auch nie zuvor kennen gelernt. Daran würde er sich ja erinnern. Gegen 5.30Uhr verließ er sein Haus und ging zur Arbeit.

 


 









 

Rebecca Folb

Lore Loock

Kerstin Masuch

Karin Pieth

Mathias Schaffner

Ulrich Schuster

Sandra Tiemann

Angelika Klucken

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